VERZWEIFLUNG IN KABUL: Taliban-Todesschwadronen schlagen zu – Bundeswehr zieht ab | WELT Newsstream

VERZWEIFLUNG IN KABUL: Taliban-Todesschwadronen schlagen zu - Bundeswehr zieht ab | WELT Newsstream

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Die internationale Staatengemeinschaft will die Taliban nicht an ihren Worten, sondern an ihren Taten messen. Und die sind schon jetzt brutal und heftig: Die Vereinten Nationen berichten in manchen Regionen von Massenhinrichtungen von Zivilisten und von Soldaten, die sich ergeben haben. In Kabul blockieren die Islamisten für die einheimische Bevölkerung den Flughafen – wollen keinen mehr ausreisen lassen.

Die USA halten vorerst an dem Plan fest, ihre Truppen bis zum 31. August aus Afghanistan abzuziehen. Wie das Weiße Haus mitteilte, erklärte US-Präsident Joe Biden am Dienstag bei der Videoschalte der G7-Staats- und Regierungschefs, dass die Vereinigten Staaten momentan im Zeitplan seien, die gesetzte Frist einzuhalten. Biden habe zugleich klar gemacht, dass das Ende des Einsatzes von der Erfüllung der US-Ziele abhänge. Er habe das Außen- und Verteidigungsministerium angewiesen, Alternativpläne zu erarbeiten, «um den Zeitplan anzupassen, falls das nötig sein sollte». Der laufende internationale Militäreinsatz zur Evakuierung westlicher Staatsbürger, afghanischer Ortskräfte und anderer Schutzbedürftiger ist von der US-Truppenpräsenz abhängig.

Das US-Militär kontrolliert derzeit den Flughafen in der afghanischen Hauptstadt Kabul und sichert die internationale Evakuierungsmission mit aktuell rund 5800 Soldaten ab. Die verbliebenen internationalen Kräfte am Airport sind bei ihren Evakuierungsaktionen auf den Schutz durch US-Truppen angewiesen. Die europäischen Verbündeten in London, Paris und Berlin hatten auf eine Verlängerung der Mission gedrängt, da es fraglich ist, ob es gelingt, innerhalb der verbleibenden Tage bis zum Monatsende alle westlichen Staatsbürger, afghanischen Helfer und anderen Schutzbedürftigen außer Landes zu bringen.

Biden ließ sich jedoch vorerst nicht dazu bringen, seinen Zeitplan abzuändern. Der Abschluss des Einsatzes hänge auch von der «anhaltenden Koordinierung mit den Taliban ab», inklusive des Zugangs zum Flughafen für jene, die evakuiert werden sollen, erklärte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, in einer schriftlichen Stellungnahme. Biden habe in der Schalte mit den G7-Partnern auch betont, dass das Risiko der Mission angesichts der zunehmenden Bedrohung durch einen örtlichen Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat jeden Tag zunehme. Eine öffentliche Ansprache von Biden selbst wiederum wurde am Dienstag mehrfach verschoben – um mehrere Stunden.

Bidens Nationaler Sicherheitsberater, Jake Sullivan, hatte am Wochenende gesagt, die Bedrohung durch einen möglichen Anschlag eines Anschlags der Terrormiliz IS am Flughafen Kabul oder in der Umgebung sei «akut». Auch die Bundeswehr ist deswegen in Sorge. Man habe Signale aus amerikanischen Quellen, aber auch eigene Erkenntnisse, dass zunehmend potenzielle Selbstmordattentäter des IS «in die Stadt einsickern», sagte Generalinspekteur Eberhard Zorn in Berlin.

Biden hatte vor Monaten versprochen, bis Ende August alle amerikanischen Truppen aus Afghanistan abzuziehen. Die militant-islamistischen Taliban, die fast alle Landesteile Afghanistans sowie die Hauptstadt Kabul – bis auf den Flughafen – kontrollieren, pochten darauf, dass sich die Amerikaner an die Zusage halten. Die Islamisten machten zuletzt mehrfach klar, dass sie eine weitere Präsenz westlicher Streitkräfte nicht dulden würden.

Nach der Ankündigung von US-Präsident Joe Biden, am Truppenabzug der amerikanischen Soldaten aus Afghanistan bis 31. August festhalten zu wollen, soll einem Medienbericht zufolge die Bundeswehr-Luftbrücke aus Kabul noch in dieser Woche enden. Die deutsche Luftbrücke werde nach gegenwärtiger Planung am Freitag eingestellt, berichtet das Wirtschaftsmagazin "Business Insider" unter Berufung auf übereinstimmende Informationen aus Kreisen des Verteidigungsministeriums und des Auswärtigen Amtes. Demnach soll an dem Tag die letzte Maschine aus Kabul nach Taschkent fliegen. Einzelheiten seien noch offen.

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